Geschichte der Tennisabteilung


Die ersten Bestrebungen in Lochhausen Tennisplätze zu errichten, gehen auf das Jahr 1976 zurück. In verschiedenen Anzeigen und in der Informations-Broschüre des 40. Stadtbezirkes ( "Im Blickpunkt") erschien ein Inserat, das zur Gründung einer Tennissportgemeinschaft aufrief. In einem Bericht in der Ausgabe Mai 1977 gab der 1. Vorstand des SV Lochhausen e.V., Herr Hans Ankenbrand, bekannt, bei Interesse der Einwohner den SVL auch auf andere Sportarten auszuweiten. Offenbar hatte man im SVL bereits zu diesem Zeitpunkt erkannt, dass es erfolgsversprechender sei, Tennisplätze im Rahmen eines bereits bestehenden Vereins anzustreben.

1978 nahm sich der SVL der Belange der Tennisinteressierten an und stellte auf der Bürgerversammlung des 40. Stadtbezirks einen Antrag auf Bereitstellung von Gelände für die Errichtung von Tennisplätzen. Zur Durchsetzung des Baues von Tennisplätzen gründeten 35 Vereinsmitglieder am 26. November 1979 die Tennisabteilung.
Gesagt, getan, die Tennisabteilung war gegründet, doch wie sollte man es anstellen, aus der auf dem Papier bestehenden neuen Sportabteilung eine auch aktiv praktizierende zu machen.

Die Suche nach einem geeigneten und genehmigungsfähigen Standort, sowie die baldige Errichtung der Tennisplätze sollten sich in den kommenden Jahren schwieriger gestalten, als die Verantwortlichen im Verein es sich bei der Abteilungsgründung gedacht hatten.

Ende 1980 begann sich eine Einigung auf das Areal an der Ecke Federseestraße/Karl-Harz-Weg abzuzeichnen. Der Sportausschuss der Landeshauptstadt München hatte in der Sitzung am 2. Juni 1982 die Errichtung einer zeitlich befristeten Anlage befürwortet und das Kommunalreferat gebeten, dem Verein nach vorliegender Baugenehmigung die benötigten Grundstücksflächen für einen längstmöglichen Zeitraum zur sportlichen Nutzung zu überlassen.

Damit waren die Weichen für den Standort gestellt und der nicht weniger schwierige Abschnitt "Baugenehmigungsverfahren" konnte beginnen.

Inzwischen war die Tennisabteilung auf nahezu 200 Mitglieder angewachsen, ein Aufnahmestopp wurde ausgesprochen. Für ein "Sofortspielprogramm" wurde der Kontakt zum TC Feldgeding hergestellt. Ab Ende Mai 1981 spielten dort etwa 40 Mitglieder für die nächste Zeit regelmäßig auf einem angemieteten Platz.

Im Juli 1982 konnte der Vorstand des SVL die Baugenehmigung von 4 Tennisplätzen ankündigen. Im September 1982 schloss der SVL den Pachtvertrag auf 25 Jahre mit der Stadt ab. Es war vor allem der unnachgiebigen und unablässigen Arbeit der damaligen Abteilungsleitung mit den Herren Hans-Joachim Frey-Graf, Wolfgang Munz und Hannes Schaefer sowie des Vorstandes Günter Heyse zu verdanken, dass die Plätze errichtet werden konnten.

Nach rund siebenmonatiger Bauzeit war es soweit, dass am 11. Juni 1983 mit der offiziellen Eröffnung der Tennisanlage der aktive Spielbetrieb eingeleitet werden konnte. Der damalige Oberbürgermeister der Landeshauptstadt München, Erich Kiesl, sprach sicher nicht nur den Gründungsmitgliedern aus dem Herzen, als er in seinem Grußwort erklärte:
„ .. und ich freue mich gemeinsam mit den Mitgliedern des Sportvereins Lochhausen über die neue Tennisanlage. Mit der Inbetriebnahme beginnt ein neuer sportlicher Abschnitt für den Sportverein Lochhausen..“

Im Sommer fand für die Mitglieder auch gleich ein Eröffnungsturnier im Herren- und Damen-Einzel sowie Damen-Doppel statt.

Aufgrund der deutlichen Auslastung der vier Plätze und der vielen Tennisinteressierten auf der Warteliste bemühte sich die Abteilungsleitung bereits ab Ende 1984 um eine Erweiterung der Tennisanlage.
Der Vorstand des SVL bat in einem Brief an den Stadtbaurat der Landeshauptstadt um Einleitung eines Verfahrens zur Änderung des Flächennutzungsplanes. Gespräche bezüglich des Sport- und Vereinsheimbetriebes mit dem Sportamt und weiteren Referaten der Stadt München wurden geführt. Im Juli 1985 wurde der Sportstättenentwicklungsplan beschlossen.

1988 hat die Stadtplanung in einer Einwohnerversammlung ihre Vorstellungen u.a. zur Grün- und Sportflächengestaltung in Lochhausen vorgestellt. Der hierzu seitens des Vereins eingebrachte Antrag, das zur Erweiterung vorgesehene Gelände im Flächennutzungsplan als Spiel- und Sportfläche auszuweisen und dem SVL alle Genehmigungen zukommen zu lassen, die zum Bau der Erweiterungsanlage erforderlich sind, wurde mit überwältigender Mehrheit der Bürger dem Bezirksausschuss zur Annahme empfohlen und von diesem einstimmig beschlossen. Verzögerungen ergaben sich durch Schwierigkeiten mit dem Umweltreferat und den Nachbarn, sowie bei der Genehmigung zum vorzeitigen Baubeginn durch Sportamt und dem Bayerischen Landessportverband.

In den Mitgliederversammlungen der Tennisabteilung 1992 und 1993 wurden Folien und Pläne vorgestellt, über Vereinsheim und Plätze diskutiert und abgestimmt, sowie der Pachtvertrag verlesen.

Am 19. Februar 1993 wurde der Antrag zum Bau von Tennisplätzen und eines Vereinsheimes gestellt.

Dann war es endlich soweit: die lang ersehnte Baugenehmigung für den Neubau von 6 weiteren Tennisplätzen und eines Vereinsheimes wurde am 14.03.1994 erteilt. Der Pachtvertrag traf am 16.03.1995 ein.

Auf zwei 1995 stattgefundenen Abteilungsversammlungen standen folgende Themen auf der Tagesordnung: Erweiterung der Tennisanlage um 6 Plätze (Ausführung in Ziegelmehl) und um ein Vereinsheim; Erhebung einer Umlage zur Finanzierung; Genehmigung alternativer Finanzierungspläne; weitere Informationen über den Stand der Erweiterung.
Nach anfänglichen Verzögerungen, die durch das Baureferat München entstanden, konnte 1996 der Rohbau des Vereinsheimes erstellt werden. Das Richtfest fand am 13. April statt. Auch die neuen Tennisplätze wurden rechtzeitig zum Beginn der Spielsaison 1996 fertig gestellt.

In einer Bauzeit von 17 Monaten entstand ein schmuckes Vereinsheim; mit über 140 Mitgliedern und Ehrengästen wurde die Einweihung am 5. April 1997 ausgiebig gefeiert.

Noch im Jahr 1998 wurden die vier Canada-Tenn-Plätze in rote Ziegelmehl-Plätze umgebaut, und die Stadt München begann mit der Modellierung der Außenanlagen.

Die Tennisabteilung hatte sich damals bei Ihrer Gründung an Ihre Fahnen geheftet, dass sie nicht nur allein die sportlichen, wettkampfmäßigen Ziele verfolge, sondern auch innerhalb des SV Lochhausen e.V. eine Abteilung sein wolle, die es jedem Interessenten ermögliche, aktiv in einem Verein zu spielen. Diese Idee konnte bis heute dadurch umgesetzt werden, dass sich nach wie vor die Mitgliedsbeiträge auf einem für Münchener Verhältnisse moderaten Niveau bewegen!

 


Quellen: Chronik SV Lochhausen von Barbara E. Kuhn, Protokolle und Aufzeichnungen von Michael Schneider sen.                           

   
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